Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen finden Sie im Impressum. Impressum
Fahrerinfo

Niedrige CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw forcieren

Aktuelles

VCÖ & T&E: Österreichs EU-Vorsitz entscheidend für Reduktion von CO2-Emissionen und Spritverbrauch der Autos und Lkw

Während Österreichs EU-Vorsitz fällt die Entscheidung, ob die CO2-Emissionen und der Spritverbrauch von neuen Pkw und Lkw rasch sinken oder nicht, machten VCÖ und der europäische Dachverband „Transport & Environment“ bei einem Pressegespräch in Wien aufmerksam. Der VCÖ erwartet sich zudem einen engagierten Einsatz Österreichs, damit die Weichen für die zukünftige Lkw-Maut im Interesse der transitgeplagten Bevölkerung gestellt werden. Weiters ist ein Ende der Verwendung des Klimakillers Palmöl bei Biodiesel voranzutreiben.
„Der Verkehr ist nicht nur in Österreich, sondern auch in der EU der größte Problembereich beim Klimaschutz und beim Energieverbrauch. Während Österreichs EU-Vorsitz fallen zentrale Entscheidungen über die Energiewende im Verkehr. Auf Österreich ruhen große Hoffnungen“, erklärte William Todts, der Geschäftsführer des europäischen Dachverbandes des VCÖ „Transport & Environment“ (T&E).
Während Österreichs Vorsitz wird über die künftigen CO2-Grenzwerte für Pkw entschieden und damit auch, wie hoch der Spritverbrauch in Zukunft sein wird. Der vorliegende Vorschlag der EU-Kommission sieht lediglich eine Reduktion um 15 Prozent bis zum Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2021 vor, und es fehlt eine Vorgabe für die Hersteller, einen Mindestanteil an Null-Emissions-Fahrzeugen zu verkaufen, kritisierten VCÖ und T&E. „Lasche CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw bedeuten, dass die Mitgliedstaaten zusätzliche Maßnahmen umsetzen müssen, um die Klimaziele erreichen zu können. Es ist auch für Österreich wesentlich, dass in der EU viel stärker als bisher bei den Fahrzeugen, die auf den Markt kommen, angesetzt wird“, betonte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Niedrige CO2-Grenzwerte für Pkw und Lkw forcieren
Auch über die erstmalige Einführung von CO2-Grenzwerten für Lkw wird entschieden. Die EU-Kommission hat eine Reduktion der CO2-Emissionen der Lkw um 15 Prozent bis zum Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2019 vorgeschlagen. 35 große internationale Unternehmen, wie Ikea und Nestlé, fordern eine Reduktion um 24 Prozent bis zum Jahr 2025. Ein niedriger CO2-Grenzwert für neue Lkw ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht wichtig, weil damit Umweltbelastung und Spritverbrauch sinken, betonten VCÖ und T&E.
Für das Transitland Österreich ist auch die Eurovignette zentral. Diese entscheidet über die zukünftige Lkw-Maut in der EU. „Die von Lkw verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden müssen zur Gänze in die Maut einbezogen werden können. Solange es keine Kostenwahrheit beim Lkw-Verkehr in der EU gibt, werden Transitlawinen durch Österreich rollen. Hier kann Österreich im Interesse der transitgeplagten Anrainer viel erreichen“, betonte VCÖ-Expertin Rasmussen. Zu unterstützen ist, dass der derzeitige Plan auch eine Maut für die stark wachsende Anzahl von Kleintransportern vorsieht.

Verzicht auf Palmöl für Biodiesel
Obwohl nur 5 Prozent der Fahrzeuge auf Europas Straßen Lkw sind, sind sie für 25 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen des Verkehrs verantwortlich, berichtete T&E. In Österreich sind Lkw und Kleintransporter sogar für 44 Prozent der Kfz-Emissionen verantwortlich. Gegenüber dem Jahr 1990 haben sich die CO2-Emissionen des Lkw-Verkehrs mehr als verdoppelt.
Auch bei der Revision der „Renewable Energy Directive“ (RED) ist Österreichs Einsatz gefordert. Hier geht es darum, dass künftig kein Palmöl mehr für Biodiesel verwendet wird. Derzeit wird Biodiesel in der CO2-Bilanz mit null Emissionen verbucht. Aber gerade Biodiesel aus Palmöl ist ein regelrechter Klimakiller. Der Anbau der Plantagen führt direkt und indirekt (Verdrängung von anderen Anbauflächen) zur Rodung von Regenwäldern. Seit dem Jahr 2010 ist die für Biodiesel importierte Menge an Palmöl in der EU massiv gestiegen. Das gesamte Palmöl wird importiert. Die Hälfte der Palmöl-Importe in die EU fließt in die Tanks von Dieselfahrzeugen.
„Österreich soll den EU-Vorsitz auch nutzen, um das Bewusstsein in der EU zu erhöhen, dass die grenzüberschreitenden Bahnverbindungen massiv zu verbessern und auszubauen sind. Österreich ist innerhalb der EU das führende Bahnland. Nur wenn künftig mehr Menschen mit der Bahn fahren und mehr Güter auf der Schiene statt auf der Straße transportiert werden, kann die EU die Klimaziele im Verkehr erreichen“, stellte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen abschließend fest.

Artikel weiterempfehlen