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Gegen "Lohndrückerei" bei Fernbusunternehmen

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Lohn- und Sozialdumping werden immer häufiger - das erhöht das Sicherheitsrisiko der Lenker durch Erschöpfung.

In ganz Europa – vor allem von und nach Deutschland – boomt die Fernbus-Branche. Damit kann man bereits ab fünf Euro durch Europa reisen.
Diese Dumpingpreise haben vor allem Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und Löhne der meist osteuropäischen Lenkerinnen und Lenker und damit auch auf die Sicherheit der Fahrgäste“, sagt Robert Wurm, Zentralbetriebsratsvorsitzender des ÖBB-Postbusses.

Ruhezeiten werden kaum eingehalten
Durch den massiven Wettbewerbsdruck der privaten Anbieter sind bedenkliche Überschreitungen der Lenkzeiten auf der Tagesordnung. Vorgeschriebene Ruhezeiten werden oft nicht eingehalten. In Extremfällen sind die Lenkerinnen und Lenker drei Monate lang ohne ausreichend freie Tage unterwegs.
„Es besteht in Österreich vor allem ein Mangel an Kontrollorganen, um zumindest die Einhaltung der bestehenden Regelungen des Anti-Lohndumping-Gesetzes und der EU-Entsenderichtlinie zu kontrollieren. Dafür bräuchte man mobile Arbeitsinspektorate, die gibt es aber nicht. Wir setzen uns dafür ein, dass endlich faire Bedingungen geschaffen werden, damit die ,Freibeuter der Autobahn‘ bald der Vergangenheit angehören“, sagt Robert Wurm.

Faire Bedingungen für Lenker
Ab Mitte des heurigen Jahres startet auch der ÖBB-Postbus mit einem Fernbus-Service (28 Hochstockbusse). Dieser Dienst wird selbstverständlich zu fairen Bedingungen für die Postbus-MitarbeiterInnen angeboten und die KV-Vorschriften werden eingehalten. Die europäische Bürgerinitiative „Fair Transport Europe“ (www.fairtransporteurope.at) sagt diesen Missständen den Kampf an. Ziel ist ein soziales Europa, in dem die Beschäftigten faire Arbeitsbedingungen haben, gut entlohnt werden, gut abgesichert sind und daher auch gute Dienstleistungen erbringen.